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Schleimpfropf: Wie er aussieht und was der Abgang bedeutet

Kurz gesagt

Der Schleimpfropf ist zäher, gallertartiger Schleim, der in der Schwangerschaft den Muttermund verschließt. Er kann klar, weißlich, rosa oder bräunlich sein. Laut Cleveland Clinic geht er meist nach der 37. Woche ab, am Stück oder in kleinen Portionen. Sein Abgang zeigt, dass sich der Gebärmutterhals auf die Geburt vorbereitet. Die Wehen können aber Stunden, Tage oder einige Wochen später beginnen, und allein deswegen musst du in der Regel nicht in die Klinik. Laut Cleveland Clinic rufst du sofort Hebamme oder Kreißsaal an, wenn du vor der 37. Woche bist oder Flüssigkeit abgeht. Verlierst du mehr als ein wenig Blut, gilt das laut NHS ebenso.

Inhalt
  1. Was ist der Schleimpfropf?
  2. Wie sieht der Schleimpfropf aus?
  3. Was ist eine Zeichnungsblutung?
  4. Schleimpfropf, Ausfluss oder Fruchtwasser?
  5. Wie lange dauert es nach dem Abgang bis zur Geburt?
  6. Was du nach dem Abgang tun kannst

Du gehst zur Toilette und entdeckst zähen, glasigen Schleim im Slip oder auf dem Papier, vielleicht mit rosa oder bräunlichen Schlieren. Jetzt fragst du dich, ob es losgeht und ob du in die Klinik musst. Am Ende der Schwangerschaft kann das der Schleimpfropf sein.

Sein Abgang ist ein normales Zeichen dafür, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet. Wann die Wehen beginnen, verrät er dir aber nicht, und in der Regel musst du seinetwegen nicht sofort in die Klinik fahren. Abwarten solltest du allerdings nicht, wenn du noch keine 37 Wochen schwanger bist oder mehr Blut verlierst. So raten es die Cleveland Clinic und der NHS.

Was ist der Schleimpfropf?

Schon zu Beginn der Schwangerschaft bildet sich im Gebärmutterhals ein Pfropf aus zähem Schleim. Er dichtet den Muttermund ab und soll verhindern, dass Keime aus der Scheide in die Gebärmutter aufsteigen. Gebildet wird er unter dem Einfluss von Schwangerschaftshormonen wie Progesteron.

Gegen Ende der Schwangerschaft wird der Gebärmutterhals weicher und kürzer, und der Muttermund beginnt sich zu öffnen. Dabei löst sich der Pfropf und rutscht in die Scheide. Auch Sex in den letzten Wochen oder eine Untersuchung des Muttermunds bei der Vorsorge können ihn lockern.

Dein Körper bildet in der Schwangerschaft laufend Schleim. Deshalb kann sich der Pfropf teilweise neu bilden, und es kann sein, dass du ihn nach und nach in mehreren Portionen verlierst.

Wie sieht der Schleimpfropf aus?

Aussehen, Menge und Konsistenz sind bei jeder Frau etwas anders. Die Cleveland Clinic, ein gemeinnütziges akademisches Klinikum in den USA, beschreibt den Schleimpfropf so:

  • Er ist klar, weißlich oder leicht blutig gefärbt, also rosa, rötlich oder bräunlich.
  • Er ist zäh, klebrig und fadenziehend, ähnlich wie Gelee.
  • Insgesamt sind es etwa ein bis zwei Esslöffel Schleim, am Stück etwa 2,5 bis 5 Zentimeter lang.
  • Er riecht kaum.

Am ehesten ähnelt er dem zähen Schleim, den man bei einer Erkältung abhustet, und viel weniger dem Blut einer Periode. Manche Frauen finden ihn auf einmal als Klümpchen im Slip. Bei anderen kommt er in mehreren kleinen Stücken, und manchmal fällt der Abgang gar nicht auf.

Ein Schleimpfropf ohne Blut ist genauso normal wie einer mit rosa oder bräunlichen Schlieren. Die rosa Farbe kommt von einer kleinen Menge Blut, die beim Öffnen des Muttermunds dazukommt.

Infografik

So kann der Schleimpfropf aussehen

Normal: zäher, gallertartiger Schleim, am Stück oder in kleinen Portionen

  • klar
  • weißlich
  • rosa
  • bräunlich

Sofort Hebamme oder Kreißsaal anrufen

  • mehr als ein wenig Blut
  • Flüssigkeit geht ab
  • noch keine 37 Wochen schwanger
Nach dem Text: Der Abgang zeigt, dass sich der Gebärmutterhals auf die Geburt vorbereitet. Allein deswegen musst du in der Regel nicht in die Klinik. Die Farbkreise sind Beispiele.

Was ist eine Zeichnungsblutung?

Als Zeichnungsblutung, kurz „Zeichnen“, bezeichnet man eine leichte Blutung kurz vor oder zu Beginn der Geburt. Wenn sich der Muttermund öffnet und der Schleimpfropf sich löst, reißen kleine Blutgefäße am Muttermund ein. Die Blutung ist schwächer als eine Regelblutung und mit Schleim durchsetzt.

Schleimpfropf und Zeichnungsblutung hängen also eng zusammen, sind aber nicht ganz dasselbe. Beim Schleimpfropf steht der zähe Schleim im Vordergrund, bei der Zeichnungsblutung das Blut, dem etwas Schleim beigemischt ist. Es kann rosa, rot oder bräunlich aussehen.

Achte vor allem auf die Menge. Ein wenig Blut im Schleim ist typisch. Verlierst du mehr Blut, kann das laut NHS ein Zeichen sein, dass etwas nicht stimmt. Ruf dann sofort in der Klinik oder bei deiner Hebamme an. Direkt in eine Geburtsklinik fährst du laut familienplanung.de, wenn eines davon zutrifft:

  • Die Blutung ist so stark wie eine Periode oder stärker.
  • Du hast dazu starke Schmerzen im Unterleib.
  • Dir wird schwindlig, du fühlst dich zittrig, oder dir wird schwarz vor Augen.
  • Zur Blutung geht Fruchtwasser ab.

Durchnässt die Blutung eine Binde kurz nach dem Einlegen, rät der NHS zum Notruf (in Deutschland 112).

Schleimpfropf, Ausfluss oder Fruchtwasser?

In der Schwangerschaft haben viele Frauen mehr Ausfluss als sonst, und nicht alles im Slip ist gleich der Schleimpfropf. Die Tabelle zeigt, wie die Möglichkeiten meist aussehen:

Was du bemerkstSo sieht es meist ausWas du tun kannst
Normaler Ausflussdünn, weiß, klar oder leicht gelblich, riecht nicht oder leicht säuerlichnichts, solange er sich nicht verändert
Schleimpfropfdicker und gallertartig, mehr auf einmal, klar bis rosa oder bräunlichbeobachten, bei Unsicherheit die Hebamme fragen
ZeichnungsblutungSchleim mit etwas Blut, rosa, rot oder braunbeobachten, bei mehr Blut sofort anrufen
Fruchtwasserwässrig und klar, tröpfelt ständig oder kommt als Schwallsofort Hebamme oder Klinik anrufen
Veränderter Ausflussgrünlich oder gräulich, klumpig, riecht unangenehm, juckt oder brennt (familienplanung.de)zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt

Fruchtwasser kannst du nicht kontrollieren. Es kommt als langsames Tröpfeln oder als plötzlicher Schwall und ist klar und hell, am Anfang manchmal leicht blutig. Von Urin lässt es sich nicht immer leicht unterscheiden. Wenn du unsicher bist, leg eine Binde ein und keinen Tampon, damit die Hebamme später die Farbe beurteilen kann, und ruf an. Mehr dazu steht im Artikel zum Blasensprung.

Wie lange dauert es nach dem Abgang bis zur Geburt?

Darauf gibt es keine feste Antwort, und die Quellen beschreiben unterschiedliche Zeiträume:

  • Laut gesund.bund.de kann der Abgang ein erstes Zeichen für eine bald beginnende Geburt sein, er kann aber auch schon einige Tage vorher passieren. Welche Geburtsanzeichen es noch gibt, steht in einem eigenen Artikel.
  • Der britische Gesundheitsdienst NHS schreibt, dass die Wehen schnell folgen oder noch ein paar Tage dauern können.
  • Die Cleveland Clinic beschreibt, dass die Geburt manchmal nach Stunden oder Tagen beginnt, manchmal erst nach einigen Wochen.

Laut Cleveland Clinic verlieren die meisten Frauen den Schleimpfropf erst nach der 37. Schwangerschaftswoche. Das kann ein paar Tage oder ein paar Wochen vor dem errechneten Termin sein, und bei manchen geht er erst während der Geburt ab. Umgekehrt kann die Geburt auch beginnen, ohne dass du vorher etwas vom Schleimpfropf bemerkt hast.

Auch über den Muttermund verrät der Abgang wenig. Er kann sich schon einige Zentimeter öffnen, bevor der Pfropf herauskommt, und der Pfropf kann in jeder Phase der Eröffnung abgehen. Wie weit der Muttermund offen ist, stellt die Hebamme bei einer vaginalen Untersuchung fest.

Aussagekräftiger sind die Wehen. Kommen sie über eine Stunde lang regelmäßig und werden häufiger, länger und stärker, ist das ein Zeichen, dass die Geburt beginnt. Kommen regelmäßige Wehen im Abstand von 5 bis 10 Minuten, meldest du dich laut gesund.bund.de bei Hebamme oder Klinik.

Wenn nach dem Abgang Wehen einsetzen, kannst du sie mit unserem kostenlosen Online-Wehen-Timer aufzeichnen oder in die Wehentabelle eintragen. So siehst du, ob ein regelmäßiges Muster entsteht. Wie du dabei vorgehst, erklärt der Artikel Wehen messen.

Was du nach dem Abgang tun kannst

Merk dir, wie der Schleim aussah, also Farbe, Menge und Konsistenz, und wann du ihn bemerkt hast. Wenn du anrufst, kann deine Hebamme ihn so besser einordnen. Sag ihr außerdem, in welcher Schwangerschaftswoche du bist, ob du Wehen hast und ob Flüssigkeit abgeht.

Bei mindestens 37 Wochen ohne Wehen, Blutungen oder Flüssigkeitsabgang musst du in der Regel nicht sofort in die Klinik. Laut Cleveland Clinic musst du dann meist auch nichts Besonderes vermeiden, solange die Fruchtblase intakt ist. Frag trotzdem deine Hebamme, ob für dich etwas anderes gilt. Achte in den folgenden Tagen auf weitere Geburtsanzeichen, vor allem auf regelmäßige Wehen und auf Flüssigkeit, die abgeht. Ist deine Kliniktasche noch nicht gepackt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.

Vor der vollendeten 37. Woche ist das anders: Schleimiger oder blutiger Ausfluss kann laut familienplanung.de ein Vorbote einer Frühgeburt sein. Ruf dann sofort deine Hebamme, deine Frauenärztin oder den Kreißsaal an.

Manchmal kommt zum Abgang ein Ziehen im Unterleib oder im unteren Rücken, das sich wie Regelschmerzen anfühlt und kommt und geht. Ob das noch Vorwehen wie Senkwehen sind oder schon Geburtswehen, zeigt erst der Verlauf. Werden daraus regelmäßige Wellen, lohnt es sich, Dauer und Abstände zu messen. Wird der Schmerz sehr stark oder bleibt er dauerhaft, ruf an.

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

Wie lange dauert es bis zur Geburt, wenn der Schleimpfropf abgegangen ist?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Laut NHS können die Wehen schnell folgen oder noch einige Tage auf sich warten lassen. Die Cleveland Clinic beschreibt Spannen von wenigen Stunden bis zu einigen Wochen. Bist du mindestens 37 Wochen schwanger und hast keine weiteren Zeichen, musst du deswegen meist nicht sofort in die Klinik.

Wie unterscheide ich Schleimpfropf und Ausfluss?

Normaler Ausfluss in der Schwangerschaft ist dünn, weiß, klar oder leicht gelblich und riecht nicht oder leicht säuerlich. Der Schleimpfropf ist dicker und gallertartig, es kommt mehr auf einmal, und er kann rosa oder bräunlich gefärbt sein. Ist der Ausfluss sehr wässrig und tröpfelt ständig, ruf sofort an, denn es könnte Fruchtwasser sein.

Ist es möglich, dass sich der Schleimpfropf gelöst hat, aber keine Wehen kommen?

Ja. Der Schleimpfropf kann sich schon einige Tage vor der Geburt lösen, manchmal auch Wochen vorher, ohne dass gleich Wehen einsetzen. Achte auf regelmäßige Wehen, Blutungen und Flüssigkeitsabgang. Bist du noch keine 37 Wochen schwanger, ruf laut Cleveland Clinic sofort an.

Wie weit ist der Muttermund geöffnet, wenn der Schleimpfropf abgeht?

Dafür gibt es keinen festen Wert. Nach Angaben der Cleveland Clinic kann sich der Muttermund schon einige Zentimeter öffnen, bevor der Pfropf herauskommt. Er kann in jeder Phase der Eröffnung abgehen. Wie weit der Muttermund offen ist, stellt die Hebamme bei einer vaginalen Untersuchung fest.

Kann sich der Schleimpfropf neu bilden?

Ja, teilweise. Der Körper bildet in der Schwangerschaft laufend Schleim, deshalb kann sich der Pfropf erneuern. So kann es passieren, dass du einen Teil verlierst und später noch mehr.

Was muss man beachten, wenn der Schleimpfropf abgeht?

Merk dir, wie er aussah und wann du ihn bemerkt hast. Bist du mindestens 37 Wochen schwanger, ohne Wehen, Blutung oder Flüssigkeitsabgang, musst du laut Cleveland Clinic meist nichts Besonderes vermeiden. Bist du noch keine 37 Wochen schwanger oder geht Flüssigkeit ab, ruf sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an. Dasselbe gilt, wenn du mehr als ein wenig Blut verlierst.

Quellen

  1. gesund.bund.de, geprüft vom Deutschen Hebammenverband: Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
  2. familienplanung.de (BIÖG): Beschwerden in der Schwangerschaft: Ausfluss (2024)
  3. familienplanung.de (BIÖG): Beschwerden in der Schwangerschaft: Blutungen (2024)
  4. familienplanung.de (BIÖG): Frühgeburt: Wenn es der Nachwuchs eilig hat (2024)
  5. Cleveland Clinic: Mucus Plug (2024)
  6. NHS: Signs that labour has begun (2023)
  7. NHS: Vaginal bleeding in pregnancy (2026)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

Wenn es losgeht, hast du die Hände voll

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