Anzeichen

Übungswehen: ab wann, wie sie sich anfühlen und wie du sie erkennst

Kurz gesagt

Übungswehen, auch Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt, sind spürbare, meist schmerzlose Verhärtungen des Bauches, die den Muttermund nicht öffnen. Laut AOK können sie ab der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Sie kommen unregelmäßig und dauern meist unter einer Minute, Geburtswehen werden dagegen regelmäßig, länger und kräftiger. Häufige, regelmäßige oder schmerzhafte Wehen vor dem Ende der 37. Woche lässt du bitte gleich ärztlich abklären (DAK, familienplanung.de).

Inhalt
  1. Was sind Übungswehen?
  2. Ab wann kommen Übungswehen?
  3. Wie fühlen sich Übungswehen an?
  4. Wie oft sind Übungswehen normal?
  5. Übungswehen oder echte Wehen?
  6. Eine Stunde beobachten

Dein Bauch wird plötzlich hart wie ein Ball, spannt eine Weile und wird dann wieder weich, vielleicht abends auf dem Sofa. Oft sind solche Verhärtungen Übungswehen, und die gehören zu einer normalen Schwangerschaft dazu.

Übungswehen öffnen den Muttermund nicht. Sie kommen unregelmäßig, bleiben eher kurz und tun meist nicht weh. Geburtswehen finden dagegen mit der Zeit einen Rhythmus: Die Pausen werden kürzer, die Wehen länger und kräftiger.

Was sind Übungswehen?

Übungswehen sind Kontraktionen der Gebärmutter, die du spürst, die aber nicht schmerzhaft sind und keine Wirkung auf den Muttermund haben. So beschreibt es gesund.bund.de, das Gesundheitsportal des Bundesgesundheitsministeriums, in einem vom Deutschen Hebammenverband geprüften Text. Ein anderer Name dafür ist Braxton-Hicks-Kontraktionen.

Die Gebärmutter ist ein großer Muskel, und mit diesen Kontraktionen trainiert sie für die Geburt. Der Muttermund öffnet sich dabei nicht, wie der Berufsverband der Frauenärzte auf seinem Portal Frauenärzte im Netz erklärt. Auf dem CTG, dem Herzton-Wehenschreiber, sind Übungswehen laut DAK technisch schon etwa ab der 20. Woche zu sehen. Wie du die Kurven liest, steht unter CTG und Wehen.

Im Alltag gehen die Begriffe oft durcheinander. Als Vorwehen bezeichnet man die Wehen der letzten Wochen und Tage vor der Geburt. Dazu gehören die Senkwehen, die in den letzten vier Wochen den Kopf des Babys ins Becken drücken. Sie können manchmal wehtun und den Gebärmutterhals verkürzen, wirken laut gesund.bund.de aber in aller Regel noch nicht auf den Muttermund.

Ab wann kommen Übungswehen?

Übungswehen können ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Die Krankenkasse DAK weist darauf hin, dass sie schon im zweiten Trimester möglich sind. Bemerken wirst du sie aber oft erst ab der 20. Woche. Im letzten Drittel der Schwangerschaft werden sie häufiger.

Dass dein Bauch gegen Ende öfter hart wird als noch vor ein paar Monaten, ist also zu erwarten. Gelegentliche Wehen in den Wochen vor der Geburt sind normal, schreibt auch familienplanung.de, das Informationsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Genauer hinschauen solltest du, wenn sie regelmäßig kommen oder wehtun.

Wie fühlen sich Übungswehen an?

Typisch ist, dass dein Bauch für einen Moment hart wird und spannt. Manche spüren dazu ein leichtes Ziehen, ähnlich wie bei milden Regelschmerzen. Stark wehtun sollten Übungswehen nicht, betont die DAK.

Wie lange eine Übungswehe dauert, geben die Krankenkassen unterschiedlich an. Die AOK nennt weniger als 30 Sekunden, die DAK 30 bis 60 Sekunden, selten etwas länger. Einig sind sich beide, dass Übungswehen unregelmäßig kommen.

Oft gibt es einen Auslöser. Die DAK nennt unter anderem:

  • Bewegungen deines Babys
  • Anstrengung, langes Stehen oder schweres Heben
  • zu wenig Trinken oder eine volle Blase
  • Berührungen am Bauch, auch bei Untersuchungen
  • Stress und Schlafmangel
  • Sex

Gegen Ende der Schwangerschaft können die Kontraktionen deutlicher werden. Viele Frauen beschreiben Vorwehen laut familienplanung.de wie Menstruationsbeschwerden, als dumpfes Ziehen im Unterbauch, das oft seitlich bis in den Rücken zieht. Sie bleiben dabei relativ leicht, sodass du dich währenddessen noch unterhalten kannst. Wie sich Geburtswehen im Vergleich anfühlen, liest du unter Wie fühlen sich Wehen an?

Wie oft sind Übungswehen normal?

Eine feste Zahl gibt es nicht, das betont auch die DAK. Als Orientierungswert aus der praktischen Geburtshilfe nennt sie zehn Kontraktionen in 24 Stunden oder drei in einer Stunde. Laut Frauenärzte im Netz können Übungswehen ab der 32. Woche schon viermal pro Stunde auftreten.

Wichtiger als die genaue Zahl ist das Muster. Häufen sich die Kontraktionen über längere Zeit und kommen in regelmäßigen Abständen, sollte das ärztlich abgeklärt werden, rät die DAK.

Für die Zeit vor dem Ende der 37. Woche nennt familienplanung.de konkrete Grenzen. Ein Verdacht auf vorzeitige Wehen besteht demnach in diesen Fällen:

  • Du hast mehr als zehn Wehen am Tag, die auf den Muttermund wirken.
  • Vor der 30. Woche liegen die Wehen weniger als 20 Minuten auseinander.
  • Zwischen der 30. und 37. Woche liegen sie weniger als 12 Minuten auseinander.

Ob eine Wehe auf den Muttermund wirkt, zeigt erst eine Untersuchung. Ruf deshalb an, wenn du in dieser Zeit so häufige Wehen bemerkst.

Übungswehen oder echte Wehen?

Wie sich die Wehen über eine Stunde oder länger entwickeln, sagt mehr als eine einzelne Wehe. Die AOK weist darauf hin, dass gerade Frauen beim ersten Kind Übungswehen und echte Wehen oft nicht unterscheiden können.

ÜbungswehenGeburtswehen
Rhythmusunregelmäßigwerden regelmäßig, die Pausen kürzer
Dauermeist unter einer Minuteanfangs etwa 30 bis 60 Sekunden (familienplanung.de), später länger
Stärkeleicht, eher Spannung als Schmerzwerden kräftiger, du musst dich aufs Atmen konzentrieren
Wo du sie spürstharter Bauch, leichtes ZiehenZiehen in Rücken, Kreuzbein und Unterleib
Reden währenddessengehtfällt schwer, Ablenkung klappt nicht mehr
Ruhe, Lagewechsel, warmes Badlassen oft nachgehen weiter, im warmen Bad eher stärker
Muttermundbleibt geschlossenöffnet sich

Geburtswehen setzen allerdings nicht sofort im Takt ein. Auch Eröffnungswehen sind laut gesund.bund.de anfangs unregelmäßig und werden erst mit der Zeit regelmäßig. Deshalb lohnt es sich, eine Weile zu beobachten, bevor du entscheidest. Ein erstes Anzeichen für eine bald beginnende Geburt kann auch der Abgang des Schleimpfropfs sein, so gesund.bund.de. Das passiert manchmal aber schon einige Tage vorher.

Infografik

Übungswehen und Geburtswehen über eine Stunde

  1. Übungswehen unregelmäßig · meist unter einer Minute · eher Spannung als Schmerz

  2. Geburtswehen werden regelmäßig, die Pausen kürzer · werden länger und kräftiger

Schematisch nach der Tabelle oben: Übungswehen bleiben unregelmäßig, bei Geburtswehen werden die Pausen kürzer und die Wehen länger und kräftiger.

Eine Stunde beobachten

Wenn du unsicher bist, gib dir eine Stunde Zeit. Miss in dieser Stunde die Wehen und probier gleichzeitig aus, ob sie sich beruhigen lassen. Die Stunde dient nur der Orientierung. Ob sich der Muttermund öffnet, kann erst die Untersuchung durch Hebamme oder Ärztin sicher klären (gesund.bund.de). Gehen Blut oder Flüssigkeit ab, lässt du das laut DAK gleich abklären, ohne die Stunde abzuwarten. Das gilt auch für regelmäßige oder schmerzhafte Wehen vor dem Ende der 37. Woche.

  1. Starte einen Wehen-Timer und tippe bei jeder Wehe, oder trag sie ins Wehenprotokoll der Wehentabelle ein. Wie du Dauer und Abstand richtig misst, erklärt der Artikel Wehen messen.
  2. Trink ein großes Glas Wasser und geh zur Toilette. Flüssigkeitsmangel und eine volle Blase können Übungswehen auslösen.
  3. Wechsle die Position und gönn dir Ruhe, zum Beispiel im Liegen. Anstrengung und langes Stehen gehören zu den typischen Auslösern.
  4. Nimm ein warmes Bad oder eine warme Dusche. Laut familienplanung.de empfehlen viele Hebammen das, um Vorwehen von Geburtswehen zu unterscheiden. Nach ihrer Erfahrung beruhigen sich Vorwehen im warmen Wasser, während Geburtswehen stärker werden. Das ist ein Erfahrungswert, kein sicherer Beweis.

Nach einer Stunde schaust du auf dein Protokoll:

  • Sind die Wehen seltener geworden, unregelmäßig geblieben oder ganz verschwunden, spricht das für Übungswehen. Du darfst dich ausruhen.
  • Kommen sie trotz allem regelmäßig und werden länger und kräftiger, kann die Geburt beginnen. Laut gesund.bund.de rufst du bei regelmäßigen Wehen alle 5 bis 10 Minuten deine Hebamme an oder fährst in die Klinik.

familienplanung.de nennt dafür eine Faustregel. Beim ersten Kind ist es Zeit für die Klinik, wenn die Wehen eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen. Jede dauert dann ungefähr eine Minute. Ab dem zweiten Kind reichen regelmäßige Wehen alle zehn Minuten. Was für dich gilt, besprichst du am besten vorher mit deiner Klinik, mehr dazu unter Wann ins Krankenhaus?

Unsere Contraction-Timer-App zeigt dir Dauer, Abstand und den Durchschnitt der letzten Stunde. Stellst du die Regel deiner Klinik ein, zum Beispiel 5-1-1 oder 4-1-1, meldet sie sich, sobald dein Muster sie erreicht. Wie sie dabei rechnet, steht unter So rechnet die App.

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

Ab wann hat man Übungswehen?

Übungswehen können ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche auftreten. Laut DAK sind sie schon im zweiten Trimester möglich, bemerkbar aber oft erst ab der 20. Woche. Im letzten Drittel der Schwangerschaft werden sie häufiger.

Wie viele Übungswehen am Tag sind normal?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Die DAK nennt als Orientierung zehn Kontraktionen in 24 Stunden oder drei pro Stunde. Ab der 32. Woche können es laut Frauenärzte im Netz auch vier pro Stunde sein. Für die Zeit vor dem Ende der 37. Woche nennt familienplanung.de Grenzen für vorzeitige Wehen. Ein Verdacht besteht etwa bei mehr als zehn muttermundwirksamen Wehen am Tag oder sehr kurzen Abständen. Dann lass dich untersuchen.

Sind Übungswehen schmerzhaft?

Meist nicht. Übungswehen fühlen sich wie ein harter, gespannter Bauch an, manchmal mit leichtem Ziehen wie bei milden Regelschmerzen. Schmerzhafte Kontraktionen, die regelmäßig kommen oder über längere Zeit nicht nachlassen, solltest du laut DAK ärztlich abklären lassen.

Können aus Übungswehen echte Wehen werden?

Übungswehen selbst öffnen den Muttermund nicht. In den letzten Wochen kommen Vorwehen dazu, die den Gebärmutterhals verkürzen können, und irgendwann setzen Eröffnungswehen ein, die anfangs ebenfalls unregelmäßig sind. Ob es losgeht, zeigt der Verlauf: Werden die Wehen regelmäßig, länger und kräftiger, beginnt die Geburt.

Sind Übungswehen im CTG sichtbar?

Ja. Das CTG zeichnet die Herztöne des Babys und die Wehentätigkeit auf. Laut DAK kann es Übungswehen technisch etwa ab der 20. Woche erfassen. Ob sich der Muttermund öffnet, stellt die Hebamme oder Ärztin mit einer vaginalen Untersuchung fest.

Was hilft bei Übungswehen?

Laut DAK helfen ein warmes Bad oder eine nicht zu heiße Wärmflasche, Atemübungen, ein Lagewechsel, Ruhe und ausreichend Trinken. Magnesium solltest du nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt nehmen. Werden die Wehen in der Wärme stärker, können es echte Wehen sein.

Quellen

  1. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit, geprüft vom Deutschen Hebammenverband): Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
  2. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft (2025)
  3. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Wie fühlen sich Wehen an? (2023)
  4. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): 37. bis 40. Schwangerschaftswoche (2024)
  5. DAK-Gesundheit: Übungswehen erkennen und richtig einordnen (2026)
  6. AOK: Wehen: Wie sie sich anfühlen und welche Wehenarten es gibt (2026)
  7. Frauenärzte im Netz (BVF und DGGG): Schwangerschaftsdrittel (2018)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

Wenn es losgeht, hast du die Hände voll

Lade Contraction Timer heute und probier den Knopf einmal aus. Die App ist kostenlos und braucht kein Konto.

Jetzt bei Google Play iPhone-App kommt bald

Scanne den Code mit deinem Handy, um die App zu laden.

Wehen-Tracker laden Kostenlos iPhone-App kommt bald App laden Online-Timer