Vorbereitung

Kliniktasche: Die Checkliste für die Geburt

Kurz gesagt

Pack die Kliniktasche zwischen der 32. und 36. Schwangerschaftswoche. Das Familienportal NRW nennt die 32. bis 34. Woche, die DAK spätestens die 36. Woche. Hinein gehören Mutterpass, Versichertenkarte, Ausweis und die Urkunden fürs Standesamt. Dazu kommen bequeme Kleidung für die Geburt und ein paar Tage danach, Still-BH, Stilleinlagen und saugfähige Binden. Kleidung und Windeln für die ersten Tage stellt die Klinik meist. Für die Heimfahrt braucht dein Baby eigene Kleidung, eine Decke und im Auto eine Babyschale.

Inhalt
  1. Wann solltest du die Kliniktasche packen?
  2. Dokumente: diese Unterlagen gehören in die Kliniktasche
  3. Was in die Kliniktasche für die Geburt gehört
  4. Für die Tage nach der Geburt
  5. Kliniktasche fürs Baby
  6. Kliniktasche für den Partner oder die Begleitperson
  7. Was die Klinik meist stellt
  8. Wenn es losgeht, bevor die Tasche fertig ist

Du kannst alles abhaken, dein Browser merkt es sich.

In die Kliniktasche gehören vor allem deine Unterlagen, bequeme Kleidung, Stillsachen und die Sachen für die Heimfahrt deines Babys. Sie darf klein bleiben, weil die Klinik vieles stellt. Für jeden Bereich findest du unten eine eigene Checkliste.

Wann solltest du die Kliniktasche packen?

Ganz einig sind sich die Empfehlungen nicht. Das Familienportal NRW rät, die Kliniktasche zwischen der 32. und 34. Schwangerschaftswoche zu packen. Ab dann kann das Baby theoretisch jederzeit kommen. Die DAK empfiehlt, sie etwa vier Wochen vor dem errechneten Termin bereitzuhalten, spätestens ab der 36. Woche. Von da an können laut DAK die ersten Senkwehen auftreten.

Du musst nicht alles an einem Abend erledigen. Was du im Alltag noch brauchst, etwa Ausweis und Versichertenkarte, kommt erst kurz vor dem Losfahren dazu. Ein Zettel obenauf erinnert dich daran, was noch fehlt, etwa Handy, Ladekabel und Brille. So kann auch deine Begleitung die Tasche fertig machen, wenn du gerade mit Wehen beschäftigt bist.

Stell die Tasche an einen festen Platz und sag deiner Begleitperson, wo sie steht. Eine mittelgroße Reisetasche reicht meist. Manche packen zusätzlich eine kleine Kreißsaaltasche mit Unterlagen, Handy und Snacks. Die große Tasche kann dann im Auto bleiben, bis du nach der Geburt auf dein Zimmer kommst.

Frag bei der Geburtsanmeldung nach der direkten Nummer des Kreißsaals und speichere sie gleich im Handy und in der Wehen-App. Meldet die App, dass deine eingestellte Regel erreicht ist, kannst du von dort aus direkt anrufen und deiner Begleitung eine vorbereitete Nachricht schicken.

Infografik

Die Kliniktasche auf einen Blick

  • Wann

    Zwischen der 32. und 36. Woche packen

    • Familienportal NRW: 32. bis 34. Woche
    • DAK: spätestens in der 36. Woche
  • Ganz oben

    Unterlagen

    • Mutterpass
    • Versichertenkarte und Ausweis
    • Urkunden fürs Standesamt
  • Für dich

    Kleidung und Pflege

    • bequeme Kleidung für die Geburt und ein paar Tage danach
    • Still-BH und Stilleinlagen
    • saugfähige Binden
  • Fürs Baby

    Für die Heimfahrt

    • eigene Kleidung und eine Decke
    • im Auto eine Babyschale
    • Kleidung und Windeln für die ersten Tage stellt meist die Klinik
Zusammengefasst aus der Checkliste unten; die Quellen stehen am Ende des Artikels.

Dokumente: diese Unterlagen gehören in die Kliniktasche

Die Unterlagen kommen ganz nach oben, am besten zusammen in einer Mappe.

Den Mutterpass trägst du am besten ohnehin immer bei dir, das rät auch familienplanung.de. Bei der Geburt kann sich das Team damit schnell ein Bild von deiner Gesundheit und der deines Babys machen, auch wenn es unterwegs losgeht.

Die Urkunden braucht das Standesamt für die Geburtsurkunde deines Kindes. Laut familienplanung.de muss jede Geburt innerhalb einer Woche beim Standesamt gemeldet werden. Bei einer Geburt in der Klinik ist der Träger gesetzlich verpflichtet, die Geburt anzuzeigen, und oft übernimmt die Klinik die Formalitäten für euch. Die Geburtsurkunde holt ihr dann einige Tage später beim Standesamt ab.

Steht der Vorname noch nicht fest, kann er laut familienplanung.de innerhalb eines Monats nachgetragen werden. Habt ihr unterschiedliche Nachnamen, wird bei der Anmeldung auch der Nachname des Kindes festgelegt. Welche Dokumente genau nötig sind, hängt von Familienstand und Nationalität ab. Frag deshalb vorher beim Standesamt nach, vor allem wenn Urkunden aus dem Ausland dabei sind.

Was in die Kliniktasche für die Geburt gehört

Für den Kreißsaal zählt, dass du dich frei bewegen kannst und nicht frierst.

Warme Sachen gehören hinein, weil laut familienplanung.de viele Frauen vor allem in den späteren Phasen der Geburt frieren. Wasser und andere Getränke stehen im Kreißsaal meist bereit, oft auch für die Begleitperson. Weil Geburten oft länger dauern, sind eigene Snacks für euch beide trotzdem sinnvoll.

Für die Tage nach der Geburt

Das Portal familienplanung.de rät, sicherheitshalber für ein paar Tage zu packen, auch wenn du eine ambulante Geburt oder eine Hausgeburt planst.

Nach einem geplanten Kaiserschnitt sind laut Familienportal NRW weite Kleidung und hoch geschnittene Slips angenehmer.

Kliniktasche fürs Baby

Für die Tage in der Klinik brauchst du für dein Baby meist wenig, denn laut familienplanung.de stellen die Kliniken Kleidung und Windeln für Neugeborene. Frag trotzdem nach, was deine Klinik anbietet. Mitbringen musst du vor allem, was dein Baby für den Heimweg braucht:

Wasch neue Babykleidung vorher einmal.

Heimfahrt mit der Babyschale

Fahrt ihr mit dem Auto nach Hause, braucht dein Baby eine Babyschale mit der Ausstattung für Neugeborene. Bau sie am besten schon vor der Geburt ein und probier einmal in Ruhe aus, wie die Gurte funktionieren.

Babyschalen gehören zu den rückwärtsgerichteten Kindersitzen. Auf dem Beifahrersitz dürfen sie laut ADAC nur montiert werden, wenn der Frontairbag deaktiviert ist. Als sicherste Plätze für Kinder nennt der ADAC die Rückbank, vor allem hinten rechts. Geht ihr zu Fuß nach Hause, nehmt einen Kinderwagen oder ein Tragetuch mit.

Kliniktasche für den Partner oder die Begleitperson

Geburten dauern oft länger, deshalb braucht auch deine Begleitung ein paar eigene Dinge:

Ob Begleitpersonen über Nacht bleiben dürfen, ist von Klinik zu Klinik verschieden. Laut DAK geht das in manchen Häusern, wenn ihr es vorher ansprecht. Frag bei der Geburtsanmeldung danach.

Was die Klinik meist stellt

Die Frauenklinik des Universitätsklinikums Würzburg zum Beispiel stellt während des Aufenthalts Wöchnerinnenvorlagen, Stilleinlagen und Babywindeln, Wasser gibt es dort ebenfalls. Auch die DAK schreibt, dass Kliniken Stilleinlagen häufig stellen und Windeln bereithalten. Ein paar eigene Binden und Stilleinlagen schaden trotzdem nicht, falls deine Klinik weniger vorrätig hat. Was genau bereitliegt, unterscheidet sich von Klinik zu Klinik, deshalb lohnt sich eine Nachfrage vorab. Und falls doch etwas fehlt, können deine Begleitung, Familie oder Freunde es nachbringen.

Wenn es losgeht, bevor die Tasche fertig ist

Eine halb gepackte Tasche ist nie ein Grund zu warten. Musst du los, fahr mit oder ohne Tasche.

Nach einem Blasensprung sollst du dich laut familienplanung.de zügig, aber ruhig auf den Weg in die Klinik machen. Liegend transportiert werden musst du dabei in der Regel nicht.

Bei regelmäßigen Wehen hilft eine Faustregel von familienplanung.de. Beim ersten Kind ist es Zeit, wenn die Wehen etwa eine Stunde lang regelmäßig alle fünf Minuten kommen. Jede dauert dann ungefähr eine Minute. Ab dem zweiten Kind gilt das schon, wenn sie regelmäßig alle zehn Minuten kommen. Hat dir deine Klinik etwas anderes gesagt, gilt ihre Empfehlung. Mehr dazu steht unter Wann ins Krankenhaus. Zum Mitschreiben kannst du die Wehentabelle ausdrucken, und wie du Wehen genau misst, erklärt Wehen messen.

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

In welcher Woche sollte man die Kliniktasche packen?

Die Empfehlungen unterscheiden sich etwas. Das Familienportal NRW nennt die 32. bis 34. Schwangerschaftswoche. Die DAK rät, die Tasche etwa vier Wochen vor dem errechneten Termin bereitzuhalten, spätestens ab der 36. Woche. Ausweis und Versichertenkarte, die du im Alltag brauchst, kommen erst kurz vor dem Losfahren dazu.

Was braucht man wirklich in der Kliniktasche?

Unverzichtbar sind Mutterpass, Versichertenkarte, Personalausweis und die Urkunden für das Standesamt. Dazu kommen bequeme Kleidung für die Geburt und ein paar Tage danach, Still-BH, Stilleinlagen, saugfähige Binden und ein Kulturbeutel. Für dein Baby brauchst du vor allem Kleidung, eine Decke und eine Babyschale für die Heimfahrt. Kleidung und Windeln für die ersten Tage stellen die Kliniken meist.

Was ist der Unterschied zwischen Kliniktasche und Kreißsaaltasche?

Die Kreißsaaltasche ist eine kleine Zusatztasche nur für die Geburt, etwa mit Unterlagen, Handy und Snacks. In der größeren Kliniktasche steckt alles für die Tage danach. Das Familienportal NRW beschreibt diese Aufteilung als Möglichkeit, nötig ist sie nicht: Meist reicht eine mittelgroße Reisetasche.

Soll ich einen Koffer oder eine Tasche mit in die Klinik nehmen?

Das ist Geschmackssache. Laut Familienportal NRW reicht meist eine mittelgroße Reisetasche. Wichtig ist, dass deine Begleitung sie schnell findet und gut tragen kann.

Was braucht das Baby in der Kliniktasche?

Für die Zeit in der Klinik meist wenig, denn Kliniken stellen in der Regel Kleidung und Windeln. Für die Heimfahrt nennt die Checkliste von familienplanung.de Bodys in Größe 56 bis 62, Strampler, Jacke, Mütze und eine Babydecke. Das Familienportal NRW ergänzt Söckchen und zwei bis drei Windeln. Fahrt ihr mit dem Auto, gehört eine Babyschale dazu, die am besten schon vor der Geburt eingebaut ist.

Was gehört in die Kliniktasche für den Partner?

Versichertenkarte und Ausweis, Wechselkleidung, ein Kulturbeutel, Snacks, etwas zu trinken, ein Ladekabel und Kleingeld für Automaten. Falls die Klinik Übernachtungen für Begleitpersonen erlaubt, kommen Schlafsachen dazu. Ob das geht, klärst du am besten bei der Geburtsanmeldung.

Quellen

  1. familienplanung.de (BIÖG): Checkliste „Meine Kliniktasche“ (2025)
  2. Familienportal NRW: Checkliste Kliniktasche für die Geburt packen (2026)
  3. Universitätsklinikum Würzburg, Frauenklinik: Checkliste „Was sollte in die Kliniktasche?“ (2020)
  4. DAK-Gesundheit: Kliniktasche zur Geburt packen, Checkliste für werdende Eltern (2026)
  5. ADAC: Kinder auf dem Beifahrersitz, das ist zu beachten (2026)
  6. familienplanung.de (BIÖG): Der Mutterpass (2026)
  7. familienplanung.de (BIÖG): Wenn Ihr Kind bald kommt oder gerade geboren ist
  8. familienplanung.de (BIÖG): Wie verläuft eine Geburt? (2024)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

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