Wehen messen

Wehen messen und zählen

Kurz gesagt

Beim Wehenmessen bestimmst du zwei Werte. Die Dauer reicht vom Beginn einer Wehe bis zu ihrem Ende, der Abstand vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. Sinnvoll wird das, sobald die Wehen regelmäßiger oder stärker werden. Dann misst du mehrere hintereinander, mit Uhr und Zettel, Online-Timer oder App. Für die Klinik nennt familienplanung.de beim ersten Kind eine Faustregel. Die Wehen kommen etwa eine Stunde lang alle fünf Minuten und dauern rund eine Minute. Ab dem zweiten Kind reichen regelmäßige Wehen alle zehn Minuten.

Inhalt
  1. Dauer und Abstand: diese zwei Werte misst du
  2. Ab wann du Wehen messen solltest
  3. So misst du Wehen Schritt für Schritt
  4. Papier, Online-Timer oder App: was sich wofür eignet
  5. Was deine Zahlen bedeuten
  6. Wie Wehen in der Klinik gemessen werden

Bereit. Tippe, sobald eine Wehe beginnt.

  • –Abstand
  • –Dauer
  • 0Wehen

Nach drei Wehen siehst du hier, wie weit du von der 5-1-1-Regel entfernt bist.

Die Wehen bleiben nur in diesem Browser gespeichert. Der Timer ersetzt keine medizinische Beratung.

Zum Wehenmessen brauchst du zwei Werte: wie lange eine Wehe dauert und wie viel Zeit vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten vergeht. Über eine Weile beobachtet, ergeben beide Zahlen das Muster, nach dem Hebamme und Kreißsaal dich fragen werden.

Dauer und Abstand: diese zwei Werte misst du

Die Dauer reicht von dem Moment, in dem du die Wehe kommen spürst, bis zu dem Moment, in dem dein Bauch wieder weich wird. Der Abstand reicht vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. So beschreibt es zum Beispiel die Cleveland Clinic in ihrer Patienteninformation zu Wehen.

Zum Beispiel beginnt eine Wehe um 2:10 Uhr und endet um 2:11 Uhr, die nächste beginnt um 2:16 Uhr. Die Wehe hat also eine Minute gedauert, und der Abstand beträgt sechs Minuten. Die fünf Minuten dazwischen sind deine Wehenpause.

Schnell passiert es, dass du vom Ende einer Wehe bis zum Beginn der nächsten misst. So erfasst du nur die Pause, und die Wehen wirken dichter, als sie sind. Im Beispiel kämen dann „alle fünf Minuten“ heraus, obwohl die Wehen alle sechs Minuten kommen.

Infografik

Dauer und Abstand richtig messen

Abstand: 6 Minuten
Dauer: 1 Minute
Pause: 5 Minuten, das ist nicht der Abstand
Das Beispiel aus dem Text: Eine Wehe beginnt um 2:10 Uhr und endet um 2:11 Uhr, die nächste beginnt um 2:16 Uhr. Der Abstand zählt vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten.

Ab wann du Wehen messen solltest

Nicht jedes Hartwerden des Bauchs muss auf die Uhr. Vorwehen und Übungswehen kommen in unregelmäßigen Abständen, sind kurz und meist nicht sehr schmerzhaft (gesundheitsinformation.de). Solange die Wehen unregelmäßig und eher leicht sind, rät familienplanung.de, zu Hause zu bleiben, dich abzulenken und zu ruhen oder zu schlafen, wenn es geht. Mehr dazu steht in den Artikeln zu Übungswehen und Senkwehen.

Sinnvoll wird das Messen, wenn die Wehen regelmäßiger oder stärker werden oder du ein Muster bemerkst. So formuliert es das australische Gesundheitsportal healthdirect. Miss dann mehrere Wehen hintereinander, denn eine einzelne Wehe sagt wenig über den Verlauf.

Der Hebammenverband Niedersachsen empfiehlt für die frühe Phase, den Kontraktionen so lange wie möglich nicht allzu viel Beachtung zu schenken. Wenn du müde bist, darfst du dich laut Faltblatt ruhig schlafen legen, denn kräftige Kontraktionen wecken dich ohnehin. Das passt gut zum Messen. Du misst eine Weile, schaust, ob sich ein Muster zeigt, und legst die Uhr wieder weg, wenn die Wehen unregelmäßig bleiben. Als Maßstab dafür, wann du dich bei Hebamme oder Kreißsaal meldest, nennt das Faltblatt ausdrücklich dein eigenes Gefühl.

Bist du noch keine 37 Wochen schwanger, rufst du bei regelmäßigen Wehen sofort in der Klinik an (healthdirect). Ein Muster wartest du dann nicht ab.

So misst du Wehen Schritt für Schritt

  1. Sobald eine Wehe beginnt, notierst du die Uhrzeit oder tippst auf den Timer.
  2. Wenn die Wehe nachlässt und dein Bauch wieder weich wird, notierst du das Ende.
  3. Bei der nächsten Wehe machst du es genauso. Der Abstand ergibt sich aus den beiden Anfangszeiten.
  4. Miss mehrere Wehen hintereinander und achte darauf, wie sich Abstand und Dauer über die letzte Stunde entwickeln.
  5. Schreib dazu, wie stark sich die Wehe angefühlt hat.

Nach drei Wehen kann dein Protokoll zum Beispiel so aussehen:

BeginnDauerAbstand zur vorherigen WeheStärke
2:10 Uhr60 Sekundenerste Wehemittel
2:16 Uhr55 Sekunden6 Minutenmittel
2:21 Uhr65 Sekunden5 Minutenstark

Diese Notizen helfen dir später im Kreißsaal. Laut Cleveland Clinic ist es sehr hilfreich, Uhrzeit und Länge jeder Wehe aufzuschreiben, weil du dein Muster dann genau beschreiben kannst. Springt die Fruchtblase, notierst du auch die Uhrzeit und wie das Fruchtwasser aussieht. Riecht es auffällig oder ist es verfärbt, sagst du das laut NHS sofort deiner Hebamme.

Messen musst du übrigens nicht selbst. healthdirect weist darauf hin, dass auch deine Begleitperson die Zeiten nehmen kann. Dann kannst du dich ganz auf die Wehe und deine Atmung konzentrieren.

Papier, Online-Timer oder App: was sich wofür eignet

Zum Messen reichen im Prinzip eine Uhr und ein Zettel. Die Cleveland Clinic nennt Stift und Papier ebenso wie eine App auf dem Handy, und healthdirect zählt Uhr und Wehen-App gleichermaßen auf. Der Unterschied liegt darin, wie viel du mitten in einer Wehe selbst rechnen musst. Wenn du lieber auf Papier mitschreibst: Zur Wehentabelle gehört ein Wehenprotokoll zum Ausdrucken, mit den Richtwerten für jede Geburtsphase.

Papier und UhrUnser Online-TimerUnsere App
So misst duUhrzeit bei Beginn und Ende aufschreibenTippen bei Beginn und EndeTippen bei Beginn und Ende oder nur bei Beginn
Das siehst duwas du selbst ausrechnestDauer und AbstandDauer, Abstand und Durchschnitt der letzten Stunde
Hinweis zur Regelkeinerzeigt, wie nah du an der 5-1-1-Regel bistAlarm bei 5-1-1, 4-1-1 oder deiner eigenen Regel, mit Anruf-Knopf für den Kreißsaal
Wo die Daten bleibenauf dem Zettelnur in deinem Browserauf deinem Handy, ohne Konto

Den Online-Wehen-Timer kannst du gleich hier auf der Website ausprobieren. Er rechnet mit derselben Regel-Logik wie die App. Wie diese Logik funktioniert, steht unter So rechnet die App. Die kostenlose App Contraction Timer funktioniert offline und speichert deine Wehen nur auf deinem Handy. Am besten richtest du sie schon in den letzten Wochen ein und trägst die Regel deiner Klinik und die Nummer des Kreißsaals ein. Was du sonst für die Geburt vorbereitest, zeigt die Checkliste zur Kliniktasche.

Was deine Zahlen bedeuten

Mit der Zeit werden Geburtswehen stärker, und die Abstände zwischen ihnen werden kürzer (gesundheitsinformation.de). Für den Weg in die Klinik gibt es Faustregeln, die sich je nach Quelle etwas unterscheiden:

  • Beim ersten Kind nennt familienplanung.de Wehen etwa alle fünf Minuten, je ungefähr eine Minute lang, seit etwa einer Stunde. Dazu sind sie so stark, dass du dich während einer Wehe nicht mehr ablenken kannst.
  • Ab dem zweiten Kind reichen laut familienplanung.de und gesundheitsinformation.de schon regelmäßige Wehen alle zehn Minuten.
  • Laut gesund.bund.de ist bei regelmäßigen Wehen alle 5 bis 10 Minuten Zeit für Hebamme oder Klinik.
  • Das Österreichische Hebammengremium nennt Wehen alle fünf bis sieben Minuten, die stärker werden. Jede dauert mindestens 30 bis 60 Sekunden.

Welche Regel für dich gilt, besprichst du am besten vorher mit deiner Hebamme oder deiner Klinik. Ist der Weg zum Geburtsort weit, planst du laut familienplanung.de ausreichend Zeit ein. Was die einzelnen Abstände bedeuten, erklärt der Artikel zum Wehenabstand, und wann du losfahren solltest, steht unter Wann ins Krankenhaus?

Wie Wehen in der Klinik gemessen werden

Zu Hause misst du Wehen mit der Uhr. In der Klinik kommt meist das CTG dazu. Die Abkürzung steht für Kardiotokografie, also die Aufzeichnung von Herztönen und Wehen. Das Gerät misst über zwei flache Sensoren am Bauch gleichzeitig den Wehendruck und die Herztöne deines Babys. Die Aufzeichnung läuft meist über mindestens 30 Minuten (Österreichisches Hebammengremium).

Ob sich der Muttermund tatsächlich öffnet, stellt die Hebamme mit einer vaginalen Untersuchung fest (gesund.bund.de). Deine Notizen helfen dem Team, den bisherigen Verlauf schnell einzuordnen, die Untersuchung ersetzen sie aber nicht. Was die Kurven auf dem Ausdruck bedeuten, erklärt der Artikel über Wehen im CTG.

Sofort anrufen, egal wie die Wehen gerade sind

Bei diesen Zeichen wartest du auf kein Wehenmuster und rufst sofort deine Hebamme oder den Kreißsaal an, auch nachts. Die Liste folgt dem britischen Gesundheitsdienst NHS und der US-Fachgesellschaft ACOG.

  • Die Fruchtblase ist gesprungen, auch wenn du noch keine Wehen hast.
  • Das Fruchtwasser ist verfärbt oder riecht unangenehm.
  • Du blutest aus der Scheide. Etwas Blut im Schleimpfropf kann dazugehören, bei mehr Blut rufst du an.
  • Dein Baby bewegt sich weniger als sonst.
  • Du hast dauerhafte, starke Schmerzen, die zwischen den Wehen nicht nachlassen.
  • Du hast Fieber, also 38 °C oder mehr.
  • Du bist noch keine 37 Wochen schwanger (vor 37+0) und glaubst, dass die Geburt beginnt.
  • Eine Wehe dauert länger als zwei Minuten, oder du hast sechs oder mehr Wehen in zehn Minuten.
  • Du bist unsicher oder machst dir Sorgen. Auch dann darfst du jederzeit anrufen.

Wähl den Notruf 112, wenn du einen starken Pressdrang hast und glaubst, dass dein Baby jetzt kommt.

Quellen dieser Liste: NHS: Signs that labour has begun (2023); NHS: Pregnancy symptoms you need to get help for; ACOG: How to tell when labor begins

Häufige Fragen

Wie zählt man den Abstand der Wehen?

Du misst vom Beginn einer Wehe bis zum Beginn der nächsten. Die Zeit vom Ende einer Wehe bis zum Beginn der nächsten ist nur die Wehenpause und lässt die Wehen dichter wirken, als sie sind. Aussagekräftig wird der Abstand, wenn du mehrere Wehen hintereinander misst.

Ab wann sollte man Wehen zählen?

Wenn die Wehen regelmäßiger oder stärker werden oder du ein Muster bemerkst, lohnt es sich laut healthdirect, mehrere hintereinander zu messen. Solange sie unregelmäßig und eher leicht sind, rät familienplanung.de, zu Hause zu bleiben, dich abzulenken und zu ruhen. Vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche rufst du bei regelmäßigen Wehen sofort in der Klinik an (healthdirect).

Kann meine Begleitperson die Wehen messen?

Ja. Laut healthdirect kann auch die Person, die dich unterstützt, die Zeiten nehmen. Dann kannst du dich ganz auf die Wehe und deine Atmung konzentrieren. Sie notiert Beginn und Ende jeder Wehe oder tippt beides in einen Timer.

Was fragt die Hebamme zu meinen Wehen?

Meist fragt sie, wie lange die Wehen dauern, wie stark sie sich anfühlen und wie oft sie kommen. Diese Fragen nennt healthdirect als typisch für Hebamme oder Ärztin. Laut Cleveland Clinic hilft es sehr, Uhrzeit und Länge jeder Wehe aufzuschreiben. Dann kannst du dein Muster genau beschreiben.

Wie kann ich testen, ob ich echte Wehen habe?

Ein bekannter Hinweis ist das warme Bad: Vorwehen lassen darin meist nach, Geburtswehen verstärken sich (gesundheitsinformation.de). Hilfreich ist auch, die Wehen eine Weile zu messen und zu sehen, ob sie regelmäßiger und kräftiger werden. Ob sich der Muttermund öffnet, stellt die Hebamme mit einer vaginalen Untersuchung fest.

Quellen

  1. familienplanung.de (Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit): Wie fühlen sich Wehen an? (2023)
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Geburt (2026)
  3. gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Die Geburt: Was auf Gebärende zukommt (2025)
  4. Hebammenverband Niedersachsen: Der Geburtsbeginn, Umgang mit der Latenzphase (Faltblatt)
  5. Österreichisches Hebammengremium: Wehen, geht's jetzt los? Wann ins Krankenhaus fahren
  6. Cleveland Clinic: Contractions (2024)
  7. healthdirect Australia: Giving birth, contractions (2025)
  8. NHS: Signs that labour has begun (2023)

Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Im Zweifel ruf bitte immer deine Klinik oder Hebamme an, im Notfall die 112.

Wenn es losgeht, hast du die Hände voll

Lade Contraction Timer heute und probier den Knopf einmal aus. Die App ist kostenlos und braucht kein Konto.

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